Einfach näher dran: Kuh, Käse, Huhn und Hochschule
Wie wird aus Milch Käse? Was sind Schwarzbunte? Und was bringt praktische Hofarbeit für das landwirtschaftliche Studium? Bei Schwabs Hofgaggerli in Zandt bei Lichtenau konnten nun rund 80 Teilnehmende der Veranstaltungsreihe „Einfach näher dran – echt dabei vor Ort“ diesen Fragen auf den Grund gehen. Das Regionalmanagement des Landkreises Ansbach lud zu einem Nachmittag rund um Landwirtschaft und Nahversorgung ein. Michaela und Martin Schwab öffneten dafür die Türen ihres Familienbetriebs.
Wie vielseitig der Alltag auf einem landwirtschaftlichen Betrieb ist, wurde bereits beim Rundgang über den Hof deutlich. Michaela und Martin Schwab versorgen täglich 80 Milchkühe und deren Kälber, 300 Legehennen, vier Ziegen sowie jeweils zwei Schweine und Schafe. Darüber hinaus bewirtschaftet das Ehepaar rund 70 Hektar landwirtschaftliche Fläche. Seit 2020 ergänzt eine Verkaufshütte den Betrieb. Nur zwei Tage vor der Veranstaltung wurde sie durch einen neuen Hofladen in Containerbauweise abgelöst. So bot der Nachmittag zugleich Gelegenheit, den neuen Hofladen gemeinsam mit den Gästen einzuweihen.
Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in die Stallungen, Scheunen und Hallen. Dabei wurde deutlich, wie viele Arbeitsschritte und wie viel Fachwissen hinter der Erzeugung von Lebensmitteln tatsächlich stecken. Ein besonderer Höhepunkt war der Blick auf die Käseherstellung. Ein Film veranschaulichte, wie aus Milch über eine mobile Käserei schließlich fertiger Käse entsteht. Bei einer Verkostung konnten die Gäste die regionalen Spezialitäten dann selbst probieren.
„Wer selbst einmal gesehen hat, wie viel Arbeit, Wissen und Verantwortung in unseren Lebensmitteln stecken, entwickelt einen ganz anderen Blick auf das, was täglich auf dem Teller liegt“, betonte Landrat Marco Meier. „Wer Lebensmittel aus der Region kauft, unterstützt die heimischen Erzeuger und trägt dazu bei, Wertschöpfung und Arbeitsplätze vor Ort zu erhalten.“
Neben der Nahversorgung stand auch die landwirtschaftliche Bildung im Mittelpunkt des Nachmittags. Isabel Beuschel und Silas Kapellner studieren Landwirtschaft dual an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Auf dem Hof der Schwabs ergänzen sie das theoretische Wissen aus dem Studium durch praktische Erfahrungen. Hier können sie das Gelernte direkt anwenden und vertiefen. Die beiden berichteten von ihrem Studienalltag und zeigten, wie wertvoll die Verbindung von Theorie und Praxis ist. Begleitet wird ihre betriebliche Ausbildung vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach sowie von der Regierung von Mittelfranken.
Der Nachmittag bei Schwabs Hofgaggerli machte deutlich: Regionale Landwirtschaft ist weit mehr als die Erzeugung von Lebensmitteln. Sie verbindet Menschen, schafft Arbeitsplätze, vermittelt Wissen und trägt zur Versorgung vor Ort bei. Wer regionale Betriebe kennenlernt, kann bewusster einkaufen und dazu beitragen, diese Strukturen langfristig zu erhalten.