Wege zur Entlastung in der häuslichen Pflege aufgezeigt
Viele Menschen wünschen sich, im Alter zuhause gepflegt zu werden– doch im Ernstfall stehen viele Familien plötzlich vor großen organisatorischen, emotionalen und zeitlichen Herausforderungen. Welche Unterstützung es gibt und wie pflegende Angehörige entlastet werden können, stand im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung der Gesundheitsregion plus Landkreis Ansbach und Stadt Ansbach. Landrat Marco Meier betonte die zentrale Rolle dieser oft unsichtbaren Stütze des Pflegesystems: Pflegende Angehörige leisteten Großartiges, kämen jedoch häufig an ihre Grenzen, weshalb Einblicke in reale Erfahrungen und der Zugang zu Unterstützungsangeboten von besonderer Bedeutung seien.
Organisiert wurde die Veranstaltung von der Arbeitsgruppe „Pflegende Angehörige“, die im Rahmen der ersten Pflegekonferenz im Oktober 2025 ins Leben gerufen wurde. Ziel war es, die vielfältigen regionalen Hilfsangebote bekannter zu machen und Betroffenen frühzeitig Orientierung zu geben. Gleichzeitig verändern sich familiäre Strukturen, wodurch Pflege zunehmend zur Belastungsprobe werden kann und nicht selten mit Einsamkeit einhergeht.
Christina Löhner, Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregion plus, stellte in ihrer Begrüßung die pflegenden Angehörigen in den Mittelpunkt und hob hervor, dass sie zwar häufig im Hintergrund agieren, jedoch unverzichtbar für die Versorgung Pflegebedürftiger sind. Rund fünf Millionen Menschen in Deutschland werden zuhause gepflegt – vielfach ausschließlich durch Angehörige. Damit bilden sie den größten „Pflegedienst“ des Landes.
Einen besonders eindrücklichen Einblick boten die Erfahrungsberichte. Peter Dohnal schilderte anschaulich die Pflege seiner Frau und wie er durch Umbaumaßnahmen, ambulante Dienste und den Besuch einer Tagespflegeeinrichtung Entlastung erfährt. Gerade der Austausch in Angehörigengruppen gebe ihm wichtige Unterstützung im Alltag. Ruth Banna, selbst pflegende Angehörige und Pflegedienstleitung, machte deutlich, dass die Pflege zuhause eine bewusste und langfristige Lebensentscheidung sei, die oft über viele Jahre hinweg mit Verzicht verbunden sei. Umso wichtiger sei es, frühzeitig Informationen einzuholen und bestehende Angebote wie Tagespflege oder Kurzzeitpflege zu nutzen – auch dann, wenn es zunächst Vorbehalte seitens der Pflegebedürftigen gebe.
Im weiteren Verlauf stellten Vertreterinnen und Vertreter aus Pflegeberatung, ambulanten Diensten, Tages- und Kurzzeitpflege sowie der Lebenshilfe ihre Angebote vor. Ergänzend wurden auch Unterstützungsleistungen durch Hospizvereine und Nachbarschaftshilfen aufgezeigt. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit intensiv für Fragen und persönlichen Austausch. Besonders positiv hervorgehoben wurden die praxisnahen Erfahrungsberichte sowie die Möglichkeit, unkompliziert Kontakte zu knüpfen und sich zu vernetzen.