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Denkmalschutz als Chance

Wie viel Zukunft in alten Mauern steckt, machte das Regionalmanagement am Landratsamt Ansbach mit der Fachveranstaltung „Denkmalschutz als Chance - Gebäude zukunftssicher erhalten“ am 21. April 2026 in Wolframs-Eschenbach deutlich. Die Resonanz war groß, denn das Interesse am Erhalt historischer Gebäude ist ungebrochen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Denkmäler sinnvoll weiterentwickeln lassen – technisch, finanziell und städtebaulich.

Für den Landkreis Ansbach sei das Thema von besonderer Bedeutung, betonte der stellvertretende Landrat Stefan Horndasch. Die Region verstehe sich als Heimat- und Kulturlandschaft mit reicher Geschichte, die sich in zahlreichen Gebäuden widerspiegle. Denkmalschutz könne dabei weit mehr leisten als Substanzerhalt: Er stärke Ortskerne, schaffe Identität, fördere den Tourismus und leiste einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung im ländlichen Raum.

Dass Denkmalschutz immer auch eine planerische Dimension hat, machte Katharina Sauer von der Regierung von Mittelfranken deutlich. Städtebauförderung setze nicht am Einzelgebäude an, sondern betrachte ganze Ortsbilder und Ensembles. Entscheidend sei, welche Rolle ein Gebäude im städtebaulichen Gefüge spiele. Da häufig mehrere Fördergeber beteiligt seien, plädierte sie für frühzeitige Abstimmungen und gemeinsame Finanzierungsgespräche.

Einen strukturellen Ansatz stellte Franziska Haas vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege vor. Mit dem Kommunalen Denkmalkonzept stehe Kommunen ein freiwilliges Instrument zur Verfügung, das denkmalpflegerische Belange frühzeitig in Entwicklungsprozesse integriere. Es mache erhaltenswerte Strukturen sichtbar, unterstütze fachlich wie finanziell und helfe, individuelle Lösungen für die jeweiligen Herausforderungen vor Ort zu entwickeln.

Angela Kretzer von der Unteren Denkmalschutzbehörde am Landratsamt Ansbach gab Einblicke in die tägliche Praxis, erläuterte Abläufe und wies auch auf Maßnahmen hin, die an Baudenkmälern ohne aufwendige Verfahren möglich sind. Anhand gelungener Beispiele wurde deutlich, wie sensibel Eingriffe geplant und zugleich praktikabel umgesetzt werden können.

Ein zentrales Thema blieb die Finanzierung. Bürgermeister Michael Dörr stellte die Bandbreite an Fördermöglichkeiten vor – von der Städtebauförderung über den Entschädigungsfonds bis hin zu Stiftungen sowie Zuschüssen von Landkreis und Bezirk. Entscheidend sei die Unterscheidung zwischen Einzeldenkmal und Sanierungsgebiet. Besonders hob er steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten hervor, die sich über Jahre hinweg erheblich auswirken können. Frank Schöttler von der Sparkasse Mittelfranken Süd ging auf konkrete Förderbausteine ein. Ob Dämmung, Dachsanierung oder klimafreundliche Heiztechnik – für viele Einzelmaßnahmen gebe es passende Programme, die eine Sanierung wirtschaftlich tragfähig machen können.

Dass energetische Verbesserungen auch im Denkmal möglich sind, unterstrich Klaus-Jürgen Edelhäuser von der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. Grundlage sei jedoch immer eine gründliche Analyse des Bestands. Sein Ansatz: „Optimieren statt Maximieren“. Gerade bei Dämmmaßnahmen zeigten oft schon geringe Eingriffe große Wirkung. Auch moderne Technik wie Wärmepumpen lasse sich unter den richtigen Voraussetzungen integrieren.

Wie eine solche Sanierung in der Praxis aussehen kann, zeigte schließlich das Projekt „Alte Vogtei“ in Wolframs-Eschenbach. Architekt Stefan Ziegler beschrieb den Weg der Generalsanierung als langwierig, aber lohnend. Neben der neuen Nutzung seien dabei auch handwerkliche Qualität, das historische Ortsbild und die Geschichte des Gebäudes erhalten geblieben.

Für Regionalmanagerin Andrea Denzinger zeigte die Veranstaltung das große Interesse am Thema Denkmalschutz. Der Austausch unterschiedlicher Perspektiven sei belebend und genau dieser breite Blick habe die Veranstaltung geprägt.

Pressemitteilung vom 23. April 2026


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