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Pumpe soll Wiesenbrüter im Wiesmet retten

Quelle: Landratsamt Ansbach

Im mittelfränkischen Wiesmet wird erstmals eine Pumpanlage eingesetzt, um Wiesen gezielt zu bewässern und so die Lebensbedingungen für bedrohte Wiesenbrüter zu verbessern. Das Naturschutzprojekt „chance.natur – Lebensraum Mittelfränkisches Altmühltal“ reagiert damit auf zunehmende Trockenheit, die Brutgebiete immer früher austrocknen lässt und den Fortpflanzungserfolg der Vögel gefährdet.

Kern der Maßnahme ist eine rund 500 Meter lange Leitung, über die täglich etwa 100 Kubikmeter Wasser aus dem Nesselbach in flache Mulden gepumpt werden. Die Bewässerung erfolgt während der sensiblen Brutzeit von April bis Mitte Juni, wenn natürliche Wasserstände nicht mehr ausreichen. Ziel ist es, die Flächen länger feucht zu halten und damit bessere Bedingungen für Nahrungssuche und Schutz der Jungvögel zu schaffen.

Denn nasse und seicht überflutete Wiesen und Mulden bieten Schutz vor natürlichen Feinden und jede Menge Nahrung. Wiesenbrüter wie die Uferschnepfe sind angepasst an die Nässe. Mit dem langen Schnabel stochern sie im weichen Boden nach Kleintieren. Das Wasser bremst das Pflanzenwachstum, was den kleinen Küken die Chance gibt, gut an Insekten und Kleintiere heranzukommen und gleichzeitig ausreichend Schutz zu haben. Trocknen die Mulden, wie in den vergangenen Jahren häufig zu beobachten, schon im April aus, unterbleibt der Schutz, Küken finden weniger Nahrung und müssen zur Futtersuche weite Wege auf sich nehmen. Das kostet zusätzliche Energie und erhöht das Risiko, erbeutet zu werden.

Die Anlage wurde im April installiert, nachdem die wasserrechtliche Genehmigung erteilt worden war. Das Vorhaben ist zunächst auf drei Jahre angelegt und soll zeigen, ob sich durch die zusätzliche Wasserversorgung der Bruterfolg steigern lässt. Vergleichbare Projekte in anderen Regionen Deutschlands konnten bereits deutliche Verbesserungen erzielen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen nun auf die Bedingungen im Altmühltal übertragen werden. Projektleiter Dietmar Herold dankte dem Wasserwirtschaftsamt Ansbach, der Gemeinde Muhr am See und den freiwilligen Helfern der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf für die Unterstützung.

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