Goldener Ehrenring und stehender Applaus für Landrat Dr. Jürgen Ludwig
In der letzten Kreistagssitzung der aktuellen Periode ist Landrat Dr. Jürgen Ludwig nach 14 Jahren an der Spitze des Landkreises Ansbach mit stehendem Applaus verabschiedet und mit dem Goldenen Ehrenring des Landkreises Ansbach ausgezeichnet worden. Wegbegleiter aus Politik und Verwaltung würdigten sein Wirken als engagierter Kommunalpolitiker, verlässlicher Krisenmanager und überzeugter Unterstützer der Region. Der Goldene Ehrenring ist die höchste Auszeichnung des Landkreises Ansbach. Es darf höchstens 20 lebende Träger geben.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bezeichnete Ludwig als „leidenschaftlichen Kommunalpolitiker mit Haltung“, der dem Landkreis Ansbach über 14 Jahre hinweg ein klares Profil gegeben habe. Die positive Entwicklung – von niedriger Arbeitslosigkeit über hohe Sicherheit bis hin zu Investitionen in Bildung und Infrastruktur – sei eng mit seiner Amtszeit verbunden. Dr. Ludwig habe Verantwortung übernommen, auch in schwierigen Phasen Entscheidungen getroffen und sich stets als Partner der Gemeinden, Bürger und Betriebe verstanden. Sein Einsatz für Ehrenamt, medizinische Versorgung und Katastrophenschutz habe den Landkreis Ansbach nachhaltig gestärkt. Herrmann betonte zugleich die grundlegende Bedeutung der Kommunalpolitik für die Demokratie insgesamt.
Der Stellvertretende Landrat Hans Henninger hob insbesondere Dr. Ludwigs großen persönlichen Einsatz in herausfordernden Zeiten hervor. Ob während der Flüchtlingskrisen 2015 und 2022, der Corona-Pandemie oder bei strukturellen Fragen im Gesundheitswesen – er habe stets mit „Vernunft und Weitsicht“ gehandelt und die Kommunen verlässlich begleitet. Auch Projekte wie die Stationierung des Rettungshubschraubers in Sinbronn bei Dinkelsbühl, die Stärkung des Katastrophenschutzes, die Inbetriebnahme der Integrierten Leitstelle in Ansbach-Brodswinden sowie Fortschritte im öffentlichen Nahverkehr, etwa die Reaktivierung der Hesselbergbahn und die Weiterentwicklung der S4, seien seinem Einsatz zu verdanken. Die Würdigung des Ehrenamts, unter anderem durch die Einführung von Ehrenamtsabenden, sowie die Fürsprache für die Regionalentwicklung, den Naturschutz und die Teichwirtschaft seien prägend gewesen.
Als „sachlich, verlässlich und von großem Arbeitseinsatz geprägt“ beschrieb der Weitere Stellvertretende Landrat und CSU-Fraktionsvorsitzende Stefan Horndasch für den Kreistag den scheidenden Landrat. Dr. Ludwig habe Themen stets durchdrungen, Entscheidungen faktenbasiert vorbereitet und dabei auf Dialog und Beteiligung gesetzt. Die Arbeit habe er konsequent als Teamaufgabe verstanden, Verwaltung und Gremien eingebunden sowie Mitarbeitern Rückhalt gegeben – auch in schwierigen Situationen. Sein unermüdlicher Einsatz bei der Wahrnehmung von Terminen bei Feuerwehren, Vereinen und Verbänden habe ihm hohe Anerkennung eingebracht.
Der Landrat des Erzgebirgskreises, Rico Anton, betonte die gewachsene Partnerschaft der beiden Landkreise, die sich über Jahrzehnte hinweg zu einer engen Freundschaft entwickelt habe. Der Austausch habe geholfen, gemeinsame Lösungen für ähnliche Herausforderungen zu finden und werde auch künftig Bestand haben. Seine Einladung, auch den Erzgebirgskreis zu besuchen, richtete der Landrat des Partnerlandkreises an Dr. Ludwig persönlich und spielte dabei auf dessen Reisevorlieben an: „Denk‘ immer daran, Schottland ist schön, aber die haben nur Hügel, wir haben ein Gebirge!“
In seiner Abschiedsrede zeigte sich Dr. Jürgen Ludwig persönlich bewegt. „Es ist ein Abschied, den ich mir nicht ausgesucht habe.“ Die Aufgabe habe ihn stets erfüllt, auch wenn sie mit großen Herausforderungen verbunden gewesen sei. Rückblickend nannte er als Leitlinien seines Handelns die Orientierung an der Sache, das Miteinander, die Fürsorge für Bürger und Mitarbeiter sowie den Anspruch, konkrete Ergebnisse zu erzielen und Entwicklungen voranzubringen. „Erfolg ist immer Teamsache“, betonte er und dankte den Mitarbeitern, den Kreisgremien, den Kommunen sowie den Ehrenamtlichen für deren Einsatz und die Zusammenarbeit.
Zugleich rief Dr. Ludwig dazu auf, auch künftig den Dialog zu suchen und Brücken zu bauen: „Ohne Vertrauen kein Gespräch. Und ohne Gespräch kein Vorankommen.“ Mit Blick auf die vergangenen Jahre zog er eine insgesamt positive Bilanz: „Ich blicke mit Zufriedenheit und Dankbarkeit auf das gemeinsam Erreichte zurück. Und das ist aus meiner Sicht viel.“ Der Abschied markiere für ihn und seine Frau den Beginn eines neuen Lebensabschnitts. „Und wir sehen das positiv.“ Dem Landkreis Ansbach wünschte er für die Zukunft „alles Gute und Gottes reichen Segen“.