Übergang von Schule in Beruf: Ausbilderforum zeigt Wege gegen Ausbildungsabbrüche
Wie gelingt jungen Menschen ein erfolgreicher Start ins Berufsleben – und wie lassen sich Ausbildungsabbrüche vermeiden? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das vom regionalen Netzwerk „Jugend & Ausbildung“ organisierte zehnte Ausbilderforum am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Ansbach-Triesdorf (BSZ). Vertreterinnen und Vertreter aus Schule, Wirtschaft und Institutionen diskutierten gemeinsam praxisnahe Ansätze für einen gelingenden Übergang von der Schule in die Ausbildung. Dem Netzwerk gehören der Landkreis Ansbach, die Stadt Ansbach, die Agentur für Arbeit, das bfz Ansbach, das Kolping-Bildungszentrum, die Kreishandwerkerschaft, die Industrie- und Handelskammer für Mittelfranken sowie das Staatliche Schulzentrum Ansbach-Triesdorf an.
Landrat Marco Meier unterstrich die Bedeutung eines funktionierenden Übergangs für die Region. „Er ist nicht nur für die Jugendlichen entscheidend, sondern auch für die Unternehmen, die das wirtschaftliche Rückgrat unserer Gesellschaft bilden“, sagte er. Angesichts einer bundesweiten Abbruchquote von rund 30 Prozent sei es umso wichtiger, frühzeitig gegenzusteuern. Das Forum habe gezeigt, wie passgenaue Integration, moderne Recruiting-Strategien und ein besseres Verständnis zwischen den Generationen dazu beitragen können.
Schulleiter Dietmar Gaffron betonte die besondere Rolle des BSZ, einer Schule des Landkreises Ansbach, als Schnittstelle zwischen Schule und Beruf. „Wir arbeiten eng mit Praktikumsbetrieben zusammen und verfolgen das Ziel, Jugendliche passgenau in die Berufsausbildung zu führen“, so Gaffron. Das Ausbilderforum sei am BSZ „ideal verortet“, da hier bereits gelebt werde, was das Netzwerk Schule-Wirtschaft auszeichne: Kooperation, Praxisnähe und nachhaltige Begleitung junger Menschen bis zum erfolgreichen Ausbildungsabschluss.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand eine moderierte Gesprächsrunde zum Thema Ausbildungsabbrüche. Nadine Klein, Konrektorin der Mittelschule Petersaurach, machte deutlich, wie früh Berufsorientierung ansetzt: „Die Unterstützung beginnt bei uns bereits ab der siebten Klasse – mit Betriebsbesichtigungen, Potenzialanalysen und enger Zusammenarbeit mit Eltern und der Agentur für Arbeit.“
Dr. Torsten Grundmann von der Robert Schulz Metall GmbH hob die Bedeutung praktischer Erfahrungen hervor: „Praktika sind ein zentraler Schlüssel für den Einstieg ins Berufsleben. Sie helfen Jugendlichen, Berufe realistisch kennenzulernen und eigene Interessen zu entdecken.“ Motivation entstehe vor allem dort, wo junge Menschen Tätigkeiten finden, die ihnen Freude bereiten – eine entscheidende Voraussetzung für langfristigen Ausbildungserfolg.
In anschließenden Workshops vertieften die Teilnehmenden zentrale Themen wie duale Studienmodelle als Instrument der Nachwuchsgewinnung, moderne Ansprachewege, generationengerechte Kommunikation im Ausbildungsalltag sowie die Rolle von Praktika im Zusammenbringen von Betrieben und Auszubildenden.
Das Ausbilderforum bot damit nicht nur Raum für fachlichen Austausch, sondern auch konkrete Impulse für die Praxis. Beim abschließenden Netzwerken wurden Kontakte geknüpft und Ideen weiterentwickelt – mit dem gemeinsamen Ziel, junge Menschen erfolgreich und nachhaltig in Ausbildung zu bringen.