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Leben in Zeiten von Corona - Bericht von Dr. Franziska Lenz


Seit den ersten Meldungen zum Coronavirus hat sich unser aller Leben verändert. Dazu zählt natürlich auch der Arbeitsalltag im Gesundheitsamt. Zu Beginn des Jahres gingen wir davon aus, dass die jährliche Grippesaison die größte Bedrohung für die Bevölkerung in unserer Region darstellt.

Etwa ab Mitte Januar stellten wir uns mit jedem Tag stärker darauf ein, dass mit dem Coronavirus eine ganz neue Herausforderung auf uns zukommen würde. Doch mit dem was sich ab Mitte Februar herauskristallisierte, hatte niemand gerechnet. Seit diesem Zeitpunkt sind wir im Dauereinsatz, versuchen Kontaktprofile zu erstellen und Infektionsketten zu durchbrechen. Ob Pandemie- und Hygienepläne für Einrichtungen, Betretungsverbote für Seniorenheime oder Quarantäneregelungen für Erkrankte – es gilt vieles durchzusetzen, was für den Einzelnen mit Einschränkungen verbunden ist, aber beider Bekämpfung des Coronavirus leider unvermeidlich ist. Mundschutz und Handschuhe gehören zur täglichen Pflichtausstattung. Eine Telefonkonferenz jagt die nächste, Anfragen müssen beantwortet, Bescheide erstellt und Pandemiepläne geprüft werden. Es gilt Prioritäten zu setzten und Infektionswege schnellstmöglich nachzuvollziehen. Das ist nicht immer einfach, aber alternativlos. Wir möchten aktiv dazu beitragen, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, ob durch Abstriche oder Information. So stehen wir mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, der Regierung von Mittelfranken und insbesondere den Gesundheitseinrichtungen der Region in Dauerkontakt.

Ich bin als Ärztin so einiges gewohnt, was spärliche Freizeit anbelangt. Die aktuelle Situation ist allerdings auch für mich wirklich herausfordernd. Meine Familie sehe ich im Moment leider sehr selten. Seit Wochen versuche ich das Lieblingsschaf meines Sohnes zu stopfen. Dabei komme ich nach Feierabend in den späten Abendstunden kaum voran. Meine Tochter versucht seit drei Wochen mit mir spazieren zu gehen, bislang haben wir es leider noch nicht geschafft. Wenn ich mal um 19.00 Uhr nach Hause komme, gilt dies für mich derzeit als „freier Nachmittag“. Die zunehmende Zahl der Genesenen, die zahlreichen positiven Rückmeldungen und der Dank vieler Menschen machen Mut und geben neue Kraft. So haben wir bereits kostenlose Gebäcklieferungen oder Blumen erhalten. Das freut uns wirklich sehr. Auch große Mengen an Schokolade gehören für mein Team und mich derzeit zum Arbeitsalltag. Gerade die kleinen Dinge bewertet jeder von uns gerade völlig neu. Ob zehn Minuten in der Natur sein, nette Whats-App Nachrichten von Familienmitgliedern sowie alten Freunden oder ein Face-Time-Treffen mit Freundinnen zu ungewöhnlichen Uhrzeiten, all das erhält plötzlich einen ganz neuen Stellenwert. Gerade die digitale Welt ermöglicht in diesen herausfordernden Zeiten noch ein gewisses Maß an Kontakt. Wir sitzen als Gesellschaft alle in einem Boot. Jeder hat ähnliche Herausforderungen zu meistern und das verbindet ungemein.

Ich bin dankbar, gerade in der aktuellen Phase, solch ein tolles Team um mich zu haben. Zudem könnten wir unsere Arbeit ohne das zusätzliche Personal, das uns bei der tagtäglichen Arbeit unterstützt, ob aus dem Landratsamt oder seitens der Regierung, nicht im derzeitigem Ausmaß an sieben Tagen die Woche und fast rund um die Uhr leisten. Es finden täglich hunderte von Kontakten ob telefonisch oder per E-Mail statt. Dabei geht es darum, mögliche Infektionswege nachzuverfolgen, Probenergebnisse mitzuteilen, Informationen weiterzugeben und Abstriche zu nehmen. Die Bürgerhotline muss laufen und braucht ständig aktualisierte Informationen. Wir versuchen jeden Tag noch effizienter zu werden, um die Kontaktpersonenermittlung weiterhin bewältigen zu können. Aufgrund der zunehmenden Erkenntnisse, muss das Vorgehen nahezu tagtäglich angepasst werden. Dies erfordert von meinem Team eine Höchstleistung an Flexibilität. Es bringt uns an manchen Tagen an die Belastungsgrenze und manchmal auch darüber hinaus. Wir versuchen alle Fragen zu beantworten und jedem Menschen dabei gerecht zu werden. Dies ist nicht immer einfach, doch wir geben unser Bestes.

Wir hoffen sehr, dass es bald einen Impfschutz geben wird, der uns alle und insbesondere die älteren und vorerkrankten Menschen schützen kann. Ich hoffe, dass das Impfen durch das Coronavirus einen neuen Stellenwert bekommt, da es hilft, Krankheiten zuverlässig vorzubeugen. Bis dahin ist noch ein Weg zu gehen und wir sind wir für jeden dankbar, der die bestehenden Abstands- und Hygieneregeln einhält. Wir alle können so Menschenleben retten!

Dr. Franziska Lenz, Leiterin des Gesundheitsamtes für Landkreis Ansbach und Stadt Ansbach

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