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Insektenfreundliche Beleuchtung

Das Landratsamt Ansbach versucht stetig die Lebensbedingungen für unsere heimische Tierwelt im Bereich der landkreiseigenen Liegenschaften zu verbessern. Derzeit werden zu diesem Zweck die bestehenden Beleuchtungsanlagen an den Schulen im Landkreis auf schädliche Umweltauswirkungen untersucht. Ziel ist es, wirkungsvolle Maßnahmen zur Reduktion von Lichtverschmutzung umzusetzen.

Bei den Diskussionen über den weltweiten Artenschwund gerät auch das Thema der Lichtverschmutzung immer mehr in den Fokus. Unter Lichtverschmutzung versteht man die unkontrollierte Beleuchtung unserer nächtlichen Umwelt. Immerhin sind etwa 60 % unserer heimischen Insekten und viele weitere Tiere wie Eulen und Fledermäuse nacht- oder zumindest dämmerungsaktiv. Viele dieser Tierarten orientieren sich an nächtlichen Lichtquellen wie dem Mond und den Sternen und ihre natürlichen Aktivitätsphasen werden durch die Stärke des vorhandenen Lichts gesteuert. Durch die Ausweitung von Siedlungsflächen und die Entwicklung immer effektiverer Leuchtmittel verschwinden zunehmend Bereiche, die von menschlicher Beleuchtung in den Nachtstunden gänzlich unberührt sind. Letztlich steht die zunehmende Lichtverschmutzung zunehmend im Verdacht, auch beim Menschen für Schlafstörungen und verschiedene daraus resultierende Erkrankungen verantwortlich zu sein.
Nach dem Motto „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“ können entsprechende Anpassungen in den folgenden vier Handlungsfeldern hilfreich dabei sein, die individuelle Lichtnutzung so umweltverträglich wie möglich zu gestalten.

Handlungsfeld 1: Planungs- und Entscheidungskriterien
Werden bestehende Beleuchtungsanlagen überholt oder komplett ausgetauscht, sollten neben wirtschaftlichen Aspekten auch die Klimarelevanz sowie ökologische Auswirkungen berücksichtigt werden. Liegt der beleuchtete Bereich beispielsweise in der Nähe von besonders sensiblen Bereichen, wie Schutzgebieten nach den §§ 20 – 29 des Bundesnaturschutzgesetzes oder befindet sich ein Gewässer in der Nähe des Lichtemittenten sind effektive Strategien notwendig, um schädliche Auswirkungen auf die heimische Tierwelt zu vermeiden.

Handlungsfeld 2: Beleuchtungsstärke
Eine Absenkung der Beleuchtungsintensität im Verlauf der Nacht ist der einfachste Weg Lichtemissionen zu reduzieren. Besonders bei Neuanschaffungen wird die Installation einer Beleuchtungsstärkeregulierung (Dimmer) empfohlen. Auf diese Weise kann die Beleuchtung stufenweise abgesenkt werden. Eine Reduktion um 50 % bis 70 % der Beleuchtungsstärke ab 22:00 Uhr wird Studien zufolge von der Bevölkerung kaum wahrgenommen. Eine weitere Reduktion oder eine komplette Abschaltung ab Mitternacht vermeiden negative Auswirkungen auf nachtaktive Tiere besonders effektiv.

Handlungsfeld 3: Abstrahlungsgeometrie
Leuchten, die in den oberen Halbraum oder in die Horizontale strahlen, sind generell zu vermeiden. Mit der Novellierung des Bayerischen Naturschutzgesetzes 2019 wurde sogar ein Verbot von sogenannten Himmelsstrahlern auf den Weg gebracht, da die Aufhellung des Nachthimmels als besonders kritisch gegenüber ökologischen Belangen angesehen wird. Die Abstrahlungsgeometrie von Leuchten im Außenbereich sollte grundsätzlich in möglichst steilem Winkel von oben nach unten gestaltet werden. Auf Leuchten mit einen Abstrahlwinkel von mehr als 70° ist generell zu verzichten.

Handlungsfeld 4: Lichtfarbe
Die Verwendung von kaltweißen Leuchten mit hohem Blaulichtanteil wirkt sich besonders anziehend auf Insekten aus und sollte deshalb keine Verwendung bei der Beleuchtung von Fassaden finden. In der Praxis kann dieser Verzicht durch die Verwendung von Natriumdampf-Niederdrucklampen bzw. Natriumdampf-Hochdrucklampen mit Beleuchtungsstärkeregulierung oder LED-Leuchten mit geringen Blauanteilen wie sogenannte schmalbandige Amber LED.

Den vorangegangenen Ausführungen liegt der „Leitfaden zur Neugestaltung und Umrüstung von Außenbeleuchtungsanlagen“ des Bundesamtes für Naturschutz zugrunde. Dieser kann unter folgendem Link kostenfrei bezogen werden:
https://www.bfn.de/infothek/veroeffentlichungen/bfn-skripten/nummerische-sortierung.html

Im Gebiet des Landkreises Ansbach liegen die drei ehemaligen Reichsstädte Rothenburg o. d. Tauber, Dinkelsbühl und Feuchtwangen. Sie sind im Kreiswappen durch den Reichsadler vertreten. Die Zugehörigkeit des Ansbacher Gebietes zum Territorium der Nürnberger Burggrafen und späteren Markgrafen von Brandenburg-Ansbach wird durch die sogenannte Hohenzollern-Vierung dokumentiert. Als allgemeines Symbol für Franken wurde zusätzlich der fränkische Rechen in das Landkreiswappen aufgenommen.

Landkreiswappen
© Landratsamt Ansbach