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Starke Maßnahmen für mehr Wiesenbrüterschutz

Quelle: Landratsamt Ansbach

„Wiesenbrüter wie Uferschnepfe, Großer Brachvogel oder Kiebitz sind typische, aber sehr gefährdete Vogelarten des oberen und mittleren Altmühltals mit seiner Grünlandvielfalt und der weiträumigen Landschaft. Der Lebensraum ist von bundesweiter Bedeutung“, sagt Landrat Dr. Jürgen Ludwig. Mit gezielten Maßnahmen für mehr Wasserrückhalt, mehr Struktur und mehr Schutz im Gelände arbeitet das Naturschutzprojekt „chance.natur – Lebensraum Mittelfränkisches Altmühltal“ des Landkreises Ansbach daran, die selten gewordenen Wiesenbrüterarten zu erhalten. Nach einem Jahr zieht Projektleiter Dietmar Herold eine erste Bilanz: „Wir hatten einen guten Start und werden konsequent weitergehen.“

Ziel des Projekts ist es, gemeinsam mit Landwirtschaft, Jagd, Wasserwirtschaft, Naturschutz und weiteren Partnern den Lebensraum für Wiesenbrüter zu sichern. Diese Vögel sind auf feuchte, offene Wiesenlandschaften angewiesen – doch Trockenphasen, Verbuschung und Raubwild setzen ihnen zu. In diesem Spannungsfeld konzentrierte sich das Projekt 2025 auf den Erhalt und die Wiederherstellung wichtiger Lebensraumelemente.

Damit Wiesenbrüter ausreichend Nahrung finden und ihre Küken geschützt aufwachsen können, wurden in mehreren Schwerpunktgebieten Wiesenmulden von Schilf befreit, erweitert oder neu angelegt. Bei Eckartsweiler (Stadt Leutershausen) entstanden überarbeitete Feuchtmulden in Zusammenarbeit mit den Bewirtschaftern, bei Aub (Marktgemeinde Bechhofen) wurde eine Mulde samt Damm ausgebaut, um Wasser länger im Gelände zu halten. Der Aushub wurde umweltfreundlich als Ufergestaltung in der Altmühl verbaut. Im Wiesmet begannen die Arbeiten an neuen Flachmulden mit Inseln, die nach der Brutsaison 2026 fortgesetzt werden. Nasse Mulden bleiben im Frühjahr länger wasserführend, fördern Insektenreichtum und bieten weichen Boden, in denen Küken und Altvögel mit ihren langen Schnäbeln nach Würmern stochern können.

Auch der Schutz der Brutplätze stand im Vordergrund. Drei großflächige Gelegeschutz-Zäune mit über fünf Kilometern Länge wurden errichtet, um Eier und Jungvögel vor Fuchs, Marder und Krähen zu schützen. Ergänzend dazu wurden Wiesel- und Fuchsfallen beschafft und in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Jägern eingesetzt.

Weil Wiesenbrüter offene, kurzrasige Strukturen bevorzugen, setzt das Projekt außerdem auf extensive Beweidung. Sie schafft abwechslungsreiches Grünland, das Nahrung und Deckung zugleich bietet. Projektleiter Dietmar Herold betont: „Weideflächen sind ein entscheidender Baustein für den Bruterfolg.“ Interessierte Landwirte, die geeignete Flächen zur Verfügung stellen möchten, werden aktiv gesucht.

Auch für den Klimaschutz leistet das Projekt einen Beitrag: In den Mooren des Kappelwasen und Heglauer Wasen wurden Entbuschungen begonnen, um die Moorvegetation zu erhalten und die Flächen dauerhaft nass zu halten. So werden wertvolle Lebensräume gesichert und gleichzeitig klimaschädliche Emissionen reduziert.

„Dank der engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, des Rückhalts im Landkreis und der Fördermittel des Bundesumweltministeriums und des Bayerischen Umweltministeriums können wir diesen Weg konsequent weitergehen“, so Herold.

Weitere Informationen gibt es unter www.lebensraum-altmuehltal.de.

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