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Treffen der Behindertenbeauftragten im Landratsamt Ansbach


Wie barrierefrei ist der öffentliche Raum? Was ist bei einem rollstuhlgerechten Umbau eines Wohnhauses zu beachten und was haben 10 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention gebracht? Ende April trafen sich die Ansprechpartner für Menschen mit Behinderung im Landkreis Ansbach um über diese und noch einige andere Fragen im Landratsamt Ansbach zu sprechen. „Wenn heute im öffentlichen Raum oder im privaten Bereich gebaut wird, spielt Barrierefreiheit bereits eine große Rolle. Doch es zeigt sich immer wieder, dass wir in unseren Bemühungen um eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit einer Behinderung am gesellschaftlichen Leben nicht nachlassen dürfen. Es darf keinen Unterschied mehr machen, ob ich als Blinder oder Sehender, zu Fuß oder mit dem Rollstuhl unterwegs bin“, betonte der Behindertenbeauftragte des Landkreises Ansbach, Kreisrat Anton Seitz. Daher seien ihm das jährliche Treffen der Behindertenbeauftragten und der regelmäßige Austausch bei verschiedensten Veranstaltungen ein Anliegen, um kontinuierlich auf die Belange und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung aufmerksam zu machen.

Der Ansprechpartner für Menschen mit Behinderung der Stadt Dinkelsbühl, Andreas Schirrle,berichtete über seine Erfahrungen als Blinder mit der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum. „Die Überlandbusse und Kreiseinrichtungen sind größtenteils „blindengerecht“. Das seniorenpolitische Gesamtkonzept, das etwa auch Menschen mit Behinderungen zu Gute kommt, wird vom Landkreis Ansbach kontinuierlich fortgeschrieben“. Viel wurde bereits auf den Weg gebracht. Doch gerade was die Vernetzung von Menschen mit Behinderung betreffe, bestehe in der Region noch großer Nachholbedarf. Daher seien gerade Treffen wie das der Behindertenbeauftragten ein wichtiger Schritt. Doch hier muss Schirrles Ansicht nach noch weiter gegangen werden. „Ein Behindertenrat auf Landkreisebene wäre meiner Ansicht nach folgerichtig. So würde sichergestellt, dass die Bedürfnisse von Menschen mit Einschränkungen und die Beseitigung von Barrieren kontinuierliche Aufmerksamkeit erfahren“. Für Schirrle ist und bleibt die Unterstützung des Landkreises Ansbach aber auch des Bezirks Mittelfrankens, der unlängst einen Behindertenrat eingerichtet hat, von unschätzbarer Bedeutung. „Wir werden das Ansinnen der Vernetzung entsprechend aufgreifen und gemeinsam sehen, wie die Treffen der kommunalen Behindertenbeauftragten im Landkreis in Richtung Behindertenrat aufgewertet werden können“, betonte Kreisrat Anton Seitz.

Andreas Schirrle und Kerstin Wolf vertreten den Landkreis im erst im letzten Jahr eingerichteten Behindertenrat des Bezirks Mittelfranken. Im Rahmen der Zusammenkunft gaben sie einen Überblick über die Arbeit des Behindertenrats.

Für Hans Wellhöfer aus Schmalenbach bei Lehrberg hat die Diagnose Multiple Sklerose vor 15 Jahren das ganze Leben verändert. Doch der Umbau seines Elternhauses in dem er und seine Frau die gemeinsamen Kinder großgezogen haben und nun dort zu zweit leben, ermöglichte ihm die größtmögliche Selbstständigkeit in den eigenen vier Wänden. „Natürlich war es eine große Anstrengung, doch ich würde es immer wieder machen“, betont Wellhöfer. So rate er jedem, der neu baut oder saniert, sich über barrierefreies Bauen zu informieren. „Es geht dabei auch nicht immer um schwerwiegende Krankheiten, sondern beispielsweise auch um Lebensqualität im Alter.“

Der Behindertenbeauftragte des Landkreises Ansbach, Kreisrat Anton Seitz, erinnerte an die UN-Behindertenrechtskonvention, die vor 10 Jahren ratifiziert wurde. Sie hat zu einer starken Sensibilisierung für die Anliegen der Menschen mit einer Behinderung geführt. „Sie haben seither ein uneingeschränktes und selbstverständliches Recht auf Teilhabe“, betont Anton Seitz. „Teilhabe heißt, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Unsere Aufgabe ist es Barrieren zu beseitigen, die dies behindern.“

Die rund 35 Ansprechpartner für Menschen mit Behinderung in den Kommunen sprachen zudem über Barrierefreiheit in Bezug auf den Nahverkehrsplan des Landkreises Ansbach. Dessen Fortschreibung soll in den nächsten Monaten im Kreistag beschlossen werden. Dabei wird der Barrierefreiheit der Haltestellen und der eingesetzten Fahrzeuge besondere Aufmerksamkeit geschenkt. So soll beispielsweise Rollstuhlfahrern die Nutzung von Linienbussen durch den Einsatz von Niederflurbussen ermöglicht werden. Davon würden dann auch Fahrgäste mit Kinderwagen profitieren. Eine Übersicht über Angebote für Menschen mit Behinderung und weitere Informationen zu den Ansprechpartnern für Menschen mit Behinderungen im Landkreis Ansbach finden sich hier

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