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Vorstellung des Projekts ,,Bessere Weiden für mehr Vielfalt"


Was braucht ein Schäfer, um ihm die tägliche Arbeit zu erleichtern? Über diese Fragen haben sich in den vergangenen Monaten die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Ansbach und der Landschaftspflegeverband Mittelfranken gemeinsam Gedanken gemacht. Dabei entstand das Projekt „Bessere Weiden für mehr Vielfalt“, das Schäferei und Weidestruktur insbesondere im Bereich der Frankenhöhe sicherstellen soll. Dabei sieht das Projekt unter anderem den Neubau und die Beschaffung von Tränkemöglichkeiten für Schafe, die Sanierung und den Neubau von Schafställen sowie den Ankauf von Pferch- und Weideflächen sowie Triebwegen vor.

„Die Kulturlandschaft ist wesentlich für die Lebensqualität und Attraktivität unserer Region. Um diese zu erhalten, brauchen wir Schäfer und Schafhaltung. Doch professionelle Schafhaltung ist ohne Unterstützung durch öffentliche Mittel nicht mehr leistbar“, betont Landrat Dr. Jürgen Ludwig. Daher sei er sehr dankbar, dass man in guter Zusammenarbeit und mit klarer Orientierung am tatsächlichen Bedarf der Schäfer Unterstützungsmöglichkeiten schaffe. Dass dies dringend nötig sei, unterstich auch Friedrich Belzner, der als Schäfer auch Vorstandsmitglied im Landschaftspflegeverband Mittelfranken ist. „Wenn die öffentliche Hand die Schäfer nicht unterstützt, dann stirbt der Beruf des Schäfers aus. Denn gerade für junge Leute muss der Beruf auch wirtschaftlich attraktiv sein“, ist sich Belzner sicher.

Eva Schmid vom Landschaftspflegeverband Mittelfranken hat mit ihrer Kollegin Karin Blümlein und Ulrike Grötsch von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Ansbach daher einen Maßnahmenkatalog entwickelt, der in den nächsten fünf Jahren umgesetzt werden soll. Dabei liegen ihnen besonders die ökologisch wertvollen, artenreichen Magerrasen der Frankenhöhe und die Schäfer, die diese Flächen beweiden, am Herzen. „Das Gelände der Frankenhöhe hält für Schäfer schwierigere Bedingungen vor als andere Bereiche. Daher müssen wir hier vordringlich helfen“, betont Karin Blümlein. So sei gerade die kleinteilige und unebene Flächenstruktur, die beispielsweise wenige Tränkmöglichkeiten für die Schafe biete, ein großes Problem, wie Eva Schmid ergänzt. Daher habe man sich vordringlich der Beschaffung von mobilen Tränken gewidmet. So wurde im August für das Schäferrevier von Schäfer Ernst Blank eine mobile Tränke mit einem Fassungsvermögen von 6.000 Litern angeschafft. Dieses kann jetzt nach Bedarf auf verschiedenen Flächen eingesetzt werden. „Wenn man davon ausgeht, dass ein Schaf pro Tag etwa sechs bis acht Liter Wasser trinkt, reicht dies zumindest für zwei Tage und stellt ein große Erleichterung dar“, so Ernst Blank. Der Schäfer, der seinen Schäferstall in Sommersdorf hat, und als einer von 10 Schäfern die Frankenhöhe beweidet, legt mit seinen 600 Schafen von Sommersdorf bis Larrieden rund 30 Kilometern zurück. Damit das trockene Gras von den Schafen gut verdaut werden könne, sind Tränkemöglichkeiten für die Schafe dabei überlebenswichtig.

Finanziert wird das Projekt von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Ansbach. „Im Durschnitt der letzten Jahre gab es in der Region stets acht bis zwölf Wanderschäfer wie Ernst Blank, die wir mit Hilfe von Ersatzgeldern unterstützen können“, erläutert Ulrike Grötsch, Fachkraft der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Ansbach. Um unvermeidbare Eingriffe in die Natur durch Baumaßnahmen auszugleichen, werden unter bestimmten Bedingungen Ersatzgelder zur Zahlung durch die Bauherren fällig. Mittels dieser Gelder wurden von der Unteren Naturschutzbehörde durch Kooperationen mit anderen Behörden, Verbänden und Kommunen zahlreiche Projekte auf den Weg gebracht, um den Landkreis Ansbach naturschutzfachlich weiter zu gestalten.

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